Die Chirurgie des Enddarmes wurde das letzte Jahrzehnt durch neue Methoden der Diagnostik und neu entwickelte Instrumente revolutioniert. Die Hämorrhoiden Operation hat den Schrecken früherer Zeiten weitgehend verloren.

Hämorrhoiden und Mukosaprolaps 
(Ausstülpung des Analkanals)

Hämorrhoiden sind ein weit verbreitetes Leiden, sehr viele kennen es, wenige sprechen darüber.

Nicht immer sind Beschwerden wie Jucken, Brennen und Schmerzen am Darmausgang auf Hämorrhoiden zurückzuführen. Es gibt eine Vielzahl von Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen (Fissuren, Fisteln, Analvenenthrombosen, Entzündungen).
Viele dieser Beschwerden können ohne Operation behandelt werden. Ich habe mich auf die Fälle spezialisiert, die durch konservative Verfahren (Gummibandligaturen, Einspritzungen) nicht dauerhaft zur Abheilung gebracht werden können. Die klassischen  Resektionsverfahren  rücken angesichts neuer Behandlungsmethoden mehr und mehr in den Hintergrund. Sie werden nur noch  bei begrenzten Befunden oder in Kombination  mit gewebeschonenden neuen Techniken  wie der HAL + RAR oder der LHP eingesetzt.  Das Ziel dieser neuen  Operationstechniken ist es, das empfindliche  und für die Funktion entscheidende  Anoderm  der letzten  fünf Zentimeter des  Enddarms zu erhalten, die ursprüngliche Länge des Analkanals wieder herzustellen und Beeinträchtigungen des Schließmuskels  und  der Sensibilität zu vermeiden.

Der Enddarm, ein faszinierend komplexes Organ

Foto: By Armin Kübelbeck, CC BY 3.0, Link

 

1. HAL (Hohe-Arterien-Ligatur) + RAR (Rekto-Anal-Repair) oder
DGM (Dopplersonographisch gezielte Mukopexie)

Bei diesem modernen Verfahren wird die Blutzufuhr der Hämorrhoiden erst mit Hilfe einer Ultraschallsonde unterbunden, dann werden die Hämorrhoiden nach oben genäht. Dies führt zur dauerhaften Austrocknung und Schrumpfung. Die Operation dauert ca. 1 Stunde und erfordert einen Mindestaufenthalt in der Klinik von 1-2 Nächten.
Die Beschwerden bessern sich innerhalb von 2 Wochen, nach 3 bis 4 Wochen ist der Normalzustand erreicht. Der Vorteil gegenüber anderen Verfahren:
– Keine Gefahr für den Schließmuskel
– Vergleichsweise schmerzarm
– Kurze Arbeitsunfähigkeit

Behandlungstechniken für Hämorrhoiden Teil1

Behandlungstechniken für Hämorrhoiden Teil2 2.

2. Herkömmliche bewährte Operationstechnik nach Parks und Milligan-Morgan

Die Hämorrhoiden werden mit schonenden Schnitten operativ entfernt, anschließend wird die Schleimhaut wieder vernäht. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 2-3 Tage. Die kleinen Wunden am Ausgang heilen normalerweise in 3 Wochen ab. Diese Methode ist in der Regel etwas schmerzhafter und die Heilung dauert etwas länger als die HAL + RAR.

3. LHP  (Laser Hämorrhoido Plastie)  

Bei diesem relativ neuen Verfahren wird eine dünne Lasersonde intraanal oder perianal zwischen Muskel und Schleimhaut in den vergrößerten Hämorrhoidalknoten eingebracht und durch individuell dosierte Abgabe von Energie das hypertrophe Hämorrhoidalgewebe unter Sicht schonend zur Schrumpfung gebracht. Die Schleimhaut bleibt weitgehend erhalten. Unter der Schleimhaut bildet sich neues Bindegewebe und verlötet die Schleimhaut mit dem darunter liegenden Gewebe. Wird dieses Verfahren mit der RAR kombiniert, verwächst der Analkanal in der durch die Nähte fixierten Position und ein erneuter Prolaps wird verhindert.

Das Verfahren ist postoperativ sehr schmerzarm. Gelegentlich treten vorübergehend harmlose Schwellungen am Analrand und anales Druckgefühl auf. In der Regel ist die Aufnahme des normalen Alltagslebens nach kurzer Zeit wieder möglich.